Warum manche Diäten dich dick machen
Wissenschaft & Fakten 03. Februar 2026

Warum manche Diäten dich dick machen

Du isst weniger, nimmst aber zu? Das ist kein Voodoo, sondern Biologie. Erfahre, warum der Hungersnot-Modus deinen Stoffwechsel bremst und wie du dem Jojo-Effekt entkommst.

Die Antwort in Kürze

Warum machen Diäten dick?
Wenn du die Kalorienzufuhr radikal reduzierst, interpretiert dein Körper dies als lebensbedrohliche Hungersnot. Er reagiert mit einer metabolischen Anpassung: Der Grundumsatz sinkt, Stresshormone (Cortisol) fördern die Fettspeicherung am Bauch, und wertvolle Muskelmasse wird zur Energiegewinnung abgebaut. Sobald du wieder normal isst, trifft die Energie auf einen verlangsamten Stoffwechsel – der Körper speichert nun aggressiv Fett für die nächste "Notzeit".

Du kennst das Szenario: Du reißt dich zusammen. Du verzichtest auf das Abendbrot, ignorierst den Brotkorb beim Italiener und lebst wochenlang von Salat und Hoffnung. Die Waage zeigt stolz drei Kilo weniger an.

Doch dann passiert es. Du isst wieder "normal" – nicht einmal übermäßig viel, einfach nur normal. Und plötzlich explodiert das Gewicht. Innerhalb kürzester Zeit sind die drei Kilo wieder drauf, plus zwei extra als Zinsen. Du fühlst dich undiszipliniert, schwach und betrogen.

Aber hier ist die Wahrheit, die dir keine Mode-Zeitschrift verrät: Es ist nicht deine Schuld. Dein Körper ist keine defekte Maschine. Im Gegenteil: Er funktioniert absolut perfekt. Er tut genau das, wofür er über Millionen von Jahren programmiert wurde – er rettet dir das Leben.

Das Steinzeit-Erbe: Dein Körper ist ein Prepper

Dein biologisches Betriebssystem stammt aus einer Zeit, in der Nahrungssicherheit ein Fremdwort war. Für deine Steinzeit-Gene gibt es keinen "Bikini-Figur-Wunsch". Es gibt nur zwei Zustände:

  1. Überfluss: Wir essen so viel wie möglich und speichern alles für schlechte Zeiten.
  2. Hungersnot: Wir fahren alle Systeme runter, um zu überleben.

Wenn du eine radikale Diät startest (sagen wir, 1200 Kalorien oder weniger), drückst du in deinem Körper den roten Alarmknopf. Du signalisierst ihm keine "Optimierung", sondern eine akute Bedrohung. Er weiß nicht, dass der Kühlschrank voll ist. Er denkt, der Winter ist da und die Mammuts sind weg.

Der Teufelskreis: Cortisol, Insulin und der Muskel-Schwund

Was passiert nun biochemisch? Um Energie zu sparen, drosselt dein Körper die Schilddrüsenaktivität. Du wirst müde, dir ist oft kalt, und dein Grundumsatz sinkt drastisch.

Gleichzeitig schüttet dein Körper Cortisol aus, unser primäres Stresshormon. Cortisol hat eine fatale Eigenschaft: Es fördert den Abbau von Muskelmasse zur schnellen Energiegewinnung und blockiert gleichzeitig die Fettverbrennung. Dein Körper verteidigt seine Fettreserven wie einen Goldschatz, weil Fett sein Überlebensgarant ist. Erfahre hier mehr darüber, warum dein Körper Fett so aggressiv verteidigt.

Warum "FDH" (Friss die Hälfte) der sicherste Weg ins Übergewicht ist

Die klassische deutsche "Friss die Hälfte"-Methode ist besonders tückisch. Du reduzierst zwar die Kalorien, aber auch die Nährstoffe (Vitamine, Mineralien, Proteine). Das verstärkt den Hungersnot-Modus.

Das Resultat ist der sogenannte Skinny-Fat-Effekt: Du verlierst auf der Waage an Gewicht, aber es ist primär Wasser und wertvolle Muskulatur. Dein Körperfettanteil bleibt gleich oder steigt sogar relativ gesehen an. Da Muskeln aber deine "Verbrennungsmotoren" sind, sinkt dein Kalorienbedarf dauerhaft. Wenn du nach der Diät wieder normal isst, hast du weniger Motoren (Muskeln), aber den gleichen Brennstoff (Nahrung). Das Ergebnis: Rapide Gewichtszunahme.

Kriterium Klassische Crash-Diät Metabolischer Reset (MySlimBody)
Kalorienzufuhr Radikales Defizit (Hunger) Moderates Defizit (Sattessen)
Stoffwechsel Fährt herunter (Sparmodus) Bleibt aktiv durch Nährstoffe
Muskelmasse Wird abgebaut Wird geschützt (durch Protein)
Langzeit-Effekt Jojo-Effekt garantiert Dauerhaftes Wunschgewicht

Der Ausweg: Arbeite mit deiner Biologie, nicht gegen sie

Um dauerhaft abzunehmen, musst du deinem Körper das Signal geben: "Es ist alles okay. Es herrscht kein Mangel." Das erreichst du nicht durch Verzicht, sondern durch Qualität.

Der Schlüssel liegt in einer hohen Nährstoffdichte und Blutzuckerstabilität. Wenn du deinem Körper gibst, was er auf Zellebene braucht, lässt er das Speicherfett freiwillig los. Das ist das Prinzip unserer Stoffwechsel-Kur: Wir fluten den Körper mit Vitalstoffen, während wir die Kalorien sanft anpassen. So bleibst du satt, voller Energie und deine Muskeln bleiben erhalten.

Hör auf, gegen deine Instinkte zu kämpfen. Du wirst diesen Kampf verlieren, weil die Evolution stärker ist als deine Willenskraft. Fang an, deinen Stoffwechsel zu verstehen und für dich arbeiten zu lassen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist mein Stoffwechsel "kaputt"?
Nein, er ist nicht kaputt, er ist nur "eingeschlafen" oder adaptiert. Dein Körper ist sehr anpassungsfähig. Mit der richtigen Ernährung und den passenden Reizen kannst du einen verlangsamten Stoffwechsel wieder aktivieren und in den Verbrennungsmodus zurückholen.
Warum nehme ich trotz 1200 Kalorien nicht ab?
Weil dein Körper seinen Verbrauch an diese 1200 Kalorien angepasst hat (Metabolic Adaptation). Er hat unwichtige Prozesse (wie Wärmeproduktion, Libido, Haarwuchs) reduziert, um Energie zu sparen. Um weiter abzunehmen, müsstest du noch weniger essen – was gesundheitlich gefährlich ist. Die Lösung ist ein "Reverse Dieting" oder Stoffwechsel-Reset.
Bernhard Schirnhofer

Über den Autor

Bernhard Schirnhofer

Gründer von MySlimBody. Experte für datenbasiertes Abnehmen.

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